Münchens Stadtgeschichte hat viele interessante Facetten. Der Münchner Stadthistoriker Hermann Wilhelm hat sich besonders mit der Geschichte von Haidhausen befasst, heute eines der beliebtesten Viertel in der Landeshauptstadt. Wie aus der Not der Nachkriegszeit eine dynamische Stadtteilkultur entstehen konnte, zeigt die beeindruckende Geschichte von Au und Haidhausen. Durch den Einsatz der Bürgerinnen und Bürger und der früh gegründeten Bezirksausschüsse entstanden neue Perspektiven und eine nachhaltige Entwicklung, die das Gesicht Münchens bis heute prägt.
Die neue Ausstellung im Haidhausen-Museum, kuratiert vom Hermann Wilhelm, bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der Bezirksausschüsse Au und Haidhausen von 1945 bis Mitte der 1970er Jahre. Die engagierten Bürgerinnen und Bürger der Stadtteilinitiativen standen damals vor enormen Herausforderungen: Nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs galt es, Schutt zu beseitigen, Lebensmittel bereitzustellen und Wohnraum für „Ausgebombte“ zu schaffen. Die amerikanische Militärverwaltung setzte mit Karl Scharnagl ein erfahrenes Stadtoberhaupt ein, um den Wiederaufbau zu organisieren. In den Folgejahren entstanden reguläre Bezirksausschüsse, die sich aktiv um die Neugestaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen kümmerten. Bemerkenswert ist Arbeit von Frauen wie Felicitas Füss und Genoveva Schauer als Vorsitzende in den entscheidenden Gremien. Die Ausstellung dokumentiert anschaulich, wie die Gremien trotz begrenzter Befugnisse den Alltag in Au und Haidhausen positiv beeinflussten. Themen wie Wohnungsbau, Straßenbeleuchtung, Gastronomie und Stadtentwicklung standen im Mittelpunkt der Arbeit. Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie wichtig lokales Engagement für die Entwicklung Münchens war.
„Nicht hoch genug einzuschätzen ist die Leistung der sich damals in den Bezirksausschüssen engagierenden Menschen. Nach zwölf Jahren Nazi-Diktatur und einem verheerenden Krieg den Wiederaufbau der Stadt und die Organisation des politischen Lebens in die Hand zu nehmen, zeugt von Mut, Zivilcourage und riesigem Engagement. Auch für uns Heutige vorbildlich“, so der Stadthistoriker.
Die Ausstellung ist bis 1. März 2026 jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr und Mo/Di/Mi von 17 bis 19 Uhr geöffnet.
Haidhausen-Museum, Kirchenstraße 24, 81675 München, Webseite: 40 Jahre KiM-Kino – haidhausen-museums
Unsere Immobilienexpertinnen und -experten beraten Sie gerne rund ums Thema Immobilie.