Als die SIS vor 25 Jahren an den Start ging, liefen im Radio No Angels, am Ostbahnhof feierte der Kunstpark Ost – und in Riem wuchs ein neuer Stadtteil aus dem Boden. Wir zeigen, wie München 2001 aussah und in welchem Umfeld unsere Geschichte begann.
Damals war München bereits eine der begehrtesten Adressen Deutschlands, aber die Verhältnisse wirkten aus heutiger Sicht noch vergleichsweise moderat. Der Gutachterausschuss meldete durchschnittliche Kaufpreise von rund 6.800 DM pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen, also gut 3.500 Euro. In besonders stark nachgefragten Lagen wurden Mieten von bis zu 30 DM pro Quadratmeter aufgerufen, was rund 15 Euro entspricht. Die Umsätze auf dem Immobilienmarkt hatten sich Ende der 1990er-Jahre deutlich nach oben entwickelt, eine lokale Chronik beschreibt den Markt mit „München – Aufschwung ohne Ende“: 2001 lag der Marktumsatz auf dem Münchner Immobilienmarkt bei deutlich über 11 Milliarden DM (entspricht rund 5,6 Milliarden Euro), und im Jahr 2025 wurden rund 10,73 Milliarden Euro umgesetzt. Ein Anstieg von gut 90 Prozent.
Politisch stand München unter der Führung von Oberbürgermeister Christian Ude, der die Stadt von 1993 bis 2014 prägte. Stadtentwicklung bedeutete damals vor allem, neue Flächen für Wohnen und Arbeiten zu schaffen, ein Schlüsselprojekt war dabei die Messestadt Riem. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens, der 1992 geschlossen worden war, entstand seit Mitte der 1990er-Jahre ein völlig neuer Stadtteil mit Messe, Wohnungen und Büros.
Gleichzeitig war an anderer Stelle der Stadt ein ganz anderes München-Gefühl zu Hause: Auf dem Areal des heutigen Werksviertels am Ostbahnhof befand sich Anfang der 2000er-Jahre noch der Kunstpark Ost – ein rund 90.000 Quadratmeter großes Nightlife- und Kulturareal auf dem ehemaligen Pfanni-Fabrikgelände mit zahlreichen Clubs, Bars und Veranstaltungsorten. Wo sich heute ein kraetives Stadtquartier mit Büros, Wohnungen, Hotels und Kultur befindet, prägte damals eine der bekanntesten Partymeilen Europas das Bild.
Die Messestadt Riem war als groß angelegtes Beispiel für „neues München“ geplant: Auf rund 556 Hektar sollten etwa 6.500 Wohnungen für rund 15.000 Einwohner und Arbeitsplätze für etwa 13.000 Menschen entstehen. Für die Landeshauptstadt war Riem ein Baustein, um die wachsende Wohnraumnachfrage zu beantworten und zugleich ein modernes Messe- und Wirtschaftsareal aufzubauen. In Berichten jener Zeit wurde Riem immer wieder als Signalprojekt erwähnt, mit dem München seine Rolle als wirtschaftsstarke Metropole ausbaute und gleichzeitig neuen Wohnraum geschaffen hat.
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